Klasse5

 

 

wahrsagen@meinhpw.de

 

1. Stunde
 

Willkommen in der fünften Klasse! Ich wusste natürlich, dass wir uns hier wiedersehen würden, und auch, dass ihr die Ferien gut überstehen würdet. In den letzten beiden Schuljahren musste ich euch leider neben den mystischen Geheimnissen auch sehr viel Theorie nahebringen. Es wird euch freuen, zu hören, dass in dieser Jahrgangsstufe zunächst ein sehr viel spannenderes Thema behandelt wird, bei dem ihr weniger lernen, aber umso mehr sehen solltet.

Unser neues Kapitel heisst Oneirologie.

Wer kann mir sagen, was damit gemeint ist?... Ja, bitte? ... Richtig! Oneirologie ist der Fachbegriff für die Traumdeutung. Für unser Lehrfach hier ist jedoch ein Ableger dessen, nämlich die Oneiromantie, besonders relevant. Damit ist gemeint, dass man die Träume eines Menschen nicht nur interpretiert, sondern in ihnen auch Zeichen für die Zukunft erkennt und diese richtig deutet.

Seit es Menschen gibt, träumen sie. Und seit sie träumen, versuchen sie, darin Bedeutungen zu erkennen. Möglicherweise ist die Oneiromantie die älteste aller Divinationsvarianten. In der Antike wurde den Träumen eine göttliche oder auch dämonische Quelle zugeschrieben, Träume galten somit als "gesandte Botschaften von höheren Mächten".

Voraussetzung für eine möglichst präzise und somit zutreffende Deutung eines Traumes ist das Bewusstsein für seinen Inhalt. Dies bedeutet, dass Sie sich an möglichst viele Details erinnern sollten, wobei Sie sich nicht dadurch irritieren lassen sollten, dass seine Handlung einer gewissen Logik entbehrt. Gerade banale Einzelheiten, die ihnen im Gedächtnis geblieben sind, können aus exakt diesem Grund ein besonderer Hinweis sein.

Erinnerungen an Träume haben die faszinierende Eigenschaft, sehr rasch zu versickern, auch und gerade wenn man besonders intensiv versucht, sich daran zu erinnern.

Hier kann es helfen, unmittelbar nach dem Erwachen alle Erinnerungen an den Traum zu notieren, selbst wenn es sich dabei nur um scheinbar zusammenhanglose Bruchstücke handelt.

Träume sind so komplex und vielschichtig, dass es tausende von Interpretationen für einzelne Bilder gibt. Bitte zieht für eure Oneirologie oder Oneiromantie entsprechende Nachschlagewerke zu Rate. Eine sehr einfache und zugleich ausführliche und detaillierte Übersicht findet ihr hier:

Bedeutung meines Traums

 

Im Laufe der Zeit werdet ihr genug Erfahrung sammeln und Zusammenhänge zwischen einzelnen Traumbildern schneller erkennen. Es ist daher sehr wichtig, dass man sich über einen längeren Zeitrau mit der Traumdeutung befasst.

Oh, ich sehe, ihr brennt schon darauf, es endlich auszuprobieren. Na schön, dann sollte meine Hausaufgabe sicherlich kein Problem darstellen:

 

 

Hausaufgabe:

Führt eine Woche lang ein Traumtagebuch. Stellt mir in einer Übersicht den Tag des Traums, seinen Inhalt und seine Bedeutung zusammen, die ihr dank der Übersicht sicher leicht herausfinden könnt. Eine kurze Beschreibung des Traums (ein bis zwei Sätze) und der Interpretation sind völlig ausreichend.
 

von Prof. Bonnie Weasley

 


 

 

2. Stunde
 

 

Oh, wie schön, euch wiederzusehen! Ich sehe, ihr seid noch immer gefesselt von unserem vergangenen Kapitel. Ja, das ist durchaus verständlich. Nichtsdestotrotz widmen wir uns nun aber einer ganz anderen Form der Divination: Dem Runenorakel.

Manch einer hat vielleicht den Kurs "Alte Runen" belegt. Ich fürchte, dies wird euch kaum weiterhelfen, denn wir werden hier keine Runen übersetzen oder uns mit trockenen Texten befassen, sondern vielmehr die Magie der mystischen Zeichen erforschen.

Das Runenorakel ist leicht zu erlernen und durchzuführen, birgt aber auch viel Freiraum für die Interpretation und wird mit wachsender Erfahrung auch immer aussagekräftiger.

Ihr benötigt:

  • Die 24 Runensteine
  • Einen blickdichten Beutel aus Naturmaterial oder ein verschießbares Gefäß (ebenfalls aus Naturmaterial wie etwa Ton)
  • zu Beginn eine Übersicht über die Bedeutung der Steine.
     

Natürlich könnt ihr euch bei mir alles ausleihen.

Zuerst müsst ihr ein Legeschema auswählen, nach dem ihr die Steine auslegen möchtet.

Wir betrachten hier drei Varianten:

  • Runenwerfen: häufigste Form der Runenbefragung. Allerdings werden die Steine nicht tatsächlich geworfen, sondern einzeln aus einem Beutel gezogen und dann nach einem der vorgegebenen Schemata angeordnet – wiederum eine Ähnlichkeit zum Tarot. Die beim Tarot gängigen Legeschemata können auch beim Runenorakel angewandt werden.
  • Odins-Rune: Es wird lediglich eine einzige Rune gezogen, die Antwort auf die zuvor gestellte Frage gibt. Man kann sie mit der Tageskarte beim Tarot vergleichen.
  • Drei-Runen-Orakel: Drei Runen werden gezogen und in einer Reihe angeordnet. Die erste Rune steht für die jetzige Situation, die zweite zeigt, welchen Weg man einschlagen sollte und die dritte gibt Hinweise au die Zukunft, die sich aus diesem Weg ergibt.

 

Gedeutet werden die Runen wie folgt:

 

  1. Fehu: Vieh, Viehherde, Feuer, Energie, Besitz, Wohlstand
  2. Uruz: Auerochse, Gesundheit, Stärke, Heilung
  3. Thurisaz: Riese, Macht, Schutzschild, Körpergenuss, Vitalität
  4. Ansuz: Ahne, Ordnung, Worte, Kommunikation
  5. Raidho: Reiten, Wagen, Reise, Transport, Erfahrungen
  6. Kenaz: Krankheit, Idee, Eingebung, Kenntnisse
  7. Gebo: Gabe, Talente, Geschenk, Austausch, Handel
  8. Wunjo: Wonne, Freundschaft, Verlässlichkeit, Freude
  9. Hagalaz: Hagel, Verderben, Krise, Neubeginn, Gefahr
  10. Nauthiz: Not, Zwang, Schicksal, Problemlösung
  11. Isa: Eis, Ich, Innenleben, Einsiedlertum, Rückzug
  12. Jera: Jahr, Zeit, Kreislauf, Lebenszyklus
  13. Eiwaz: Eibe, Astralreise, Jenseits, Magie
  14. Perthro: Genussmittel, Gemeinschaft, Geborgenheit, Mutter
  15. Elhaz: Elch, Schutzkräfte, Wachsamkeit, Gefahren
  16. Sowilo: Sonne, Lebenskraft, Erleuchtung, Energie
  17. Tiwaz: Himmelsgott, Gottheit, Gerechtigkeit, Gesetze
  18. Berkana: Birke, Geburt, Familie, Vertrauen
  19. Ehwaz: Pferd, Zusammenarbeit, Toleranz, Team
  20. Mannaz: Mensch, Realität, Gegensätze, Inspiration
  21. Laguz: Wasser, Unterbewusstsein, Gefühle, Wünsche
  22. Ingwaz: Göttlichkeit, Reife, Meditation, Ruhe
  23. Dagaz: Tag, Erwachen, Unendlichkeit, Klarheit
  24. Othala: Besitz, Erbe, Haus, Familie, Heimat

Wir wollen nun ein wenig üben. Nehmt euch jeder ein Leinensäckchen mit Runensteinen aus dem Regal. Nun überlegt ihr euch eine Frage, die ihr dem Runenorakel stellen wollt. Sie sollte sich auf euch selbst beziehen, nicht zu konkret, aber auch nicht zu allgemein sein. Dann zieht ihr "blind" eine Rune aus dem Säckchen. Nur eine, genau! Ihr erkennt schon, die Legevariante? Ja? .... Richtig! Zum Einstieg beschäftigen wir uns mit der Odins-Rune.

... Was hast du da gezogen? Oh, Hagalaz! Und welche Frage hattest du gestellt? Wie deine Prüfungen verlaufen werden? Oh,... ich fürchte, ...nun ja, vielleicht irren die Runen, .... aber du solltest nachdem du Hagalaz gezogen hast mit dem Schlimmsten rechnen....

Und da ist die Stunde auch schon wieder vorbei.

Für eure Hausaufgabe bitte ich euch, einmal hier an meinen Tisch zu kommen.

 

Hausaufgabe:

 

Wie ihr seht, habe ich stellvertretend für euch die Runen gelegt. Meine Frage dabei lautete: "Mit welchen Problemen werdet ihr in der kommenden Woche konfrontiert, speziell bezüglich eurer bestehenden Freundschaften?"

Die Aufgaben:

1. Beantworte die gestellte Frage anhand der ausgelegten Runen und unter Berücksichtigung des Legeschemas.

2. Welches Legeschema wurde hier verwendet?

3. Wähle eine der drei ausgelegten Runen und erkläre kurz ihre verschiedenen Bedeutungen, auch wenn diese nicht bei der Beantwortung der gestellten Frage berücksichtigt wurden.


von Prof. Bonnie Weasley

 



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